TCHIN-GIN

29.08.2017

Winston Churchill, James Bond und sogar Queen Mum sind bekennende Gin-Trinker,

weiß Robert Grama, Barkeeper und versierter Gin-Kenner  im Stollen 1930 in Kufstein und spricht über die Besonderheiten von Gin

 

von Ivona Okanik

 

 

 

 

Was ist Was ist eigentlich genau drin im Gin, Herr Grama?

Gin ist ein Getreide-Destillat mit Wacholdergeschmack. Laut EU-Verordnung muss Gin, wenn er sich London (Dry) Gin nennen will, mindestens 37,5 Prozent Alkohol enthalten und darf nur aus natürlichen und naturidentischen Aromastoffen bestehen. Hierzu zählen beispielweise Koriandersamen, Engelwurz oder getrockneten Zitronen- und Orangenschalen, wobei der charakteristische Wacholdergeschmack aber immer dominieren muss.

 

Und wie wird Gin richtig getrunken?

Gin wird nur sehr selten pur getrunken: Ein beliebter Klassiker ist der einfache Gin & Tonic und auch der bekannte Cosmopolitan wurde in den 30ern auf Gin-Basis gemixt (heute ist es meistens Wodka). Theoretisch kann Gin mit jedem beliebigen Begleiter gemischt werden, das kommt ganz auf den persönlichen Geschmack an. Unverzichtbar ist nur viel Eis: Ein Gin braucht es kalt! Als Glas eignen sich am besten große, bauchige Gläser – wenn kein Original-Gin-Glas in der Nähe ist, tut es zur Not auch mal ein Rotweinglas.

 

Ist etwas an dem Gerücht, dass Gin hübsch machen soll?

Gin wird nachgesagt, dass er durch seine hohen Wacholder- und Korianderanteile die Nierenfunktion besonders anregt und somit Schadstoffe schneller aus dem Körper spült – man könnte es also fast einen alkoholischen Detox nennen. Außerdem ist Gin reich an Antioxidantien, die freie Radikale neutralisieren und somit der schnellen Hautalterung vorbeugt. Ein weiteres Plus: Im Gegensatz zu vielen anderen Spirituosen ist Gin mit nur 20 Kalorien pro Zentiliter sehr kalorienarm.

 

Wie viele verschiedene Gin Sorten gibt es?

Weltweit gibt es über 1.000 verschiedene Gin-Sorten, genaue Zahlen weiß man nicht. Die größte Auswahl an einem Ort gibt es aber bewiesenermaßen bei uns im STOLLEN 1930 in Kufstein: Mit 527 Sorten kamen wir 2014 als größte Gin- Sammlung der Welt ins Guiness Buch der Rekorde. Heute haben wir schon fast 900 erreicht und sammeln weiter!

 

Gibt es allgemein "die" beste Gin-Sorte?

Ein allgemeingültiger „bester Gin“ ist nicht bekannt. Jeder Gin-Liebhaber hat seine eigenen Vorlieben und auch nur danach sollte man sich richten. Ich trinke zum Beispiel am liebsten Smooth Ambler Gin, einen amerikanischen Gin. Ein Teil des Destillats lagert für drei Monate in gebrauchten Old Scout Bourbon Fässern, die anderer Hälfte in neuen Bourbon Fässern. Dies ergibt die köstliche Kombination aus Bourbon und Gin, was ich beides gerne mag. Am liebsten trinke ich den Smooth Ambler Gin mit Schweppes Cardmamom/Ingwer Tonic, einer frischen, hauchdünnen Ingewerscheibe und einer Orangenzeste.

 

Auf wieviel kommt der teuerste Gin?

Der teuerste Gin kostet 88 Euro für 4cl: Es handelt sich dabei um eine limitierte Ausgabe des Adler Berlin Gin mit 􀁋􀁄􀁑􀁇􀁊􀁈􀁓􀃀􀂁􀁆􀁎􀁗􀁈􀁑􀀃􀀥􀁒􀁗􀁄􀁑􀁌􀁆􀁄􀁏􀁖􀀑􀀃􀀤􀁘􀁆􀁋􀀃􀁇􀁌􀁈􀀃􀀩􀁏􀁄􀁖􀁆􀁋􀁈􀀃􀁚􀁘􀁕􀁇􀁈􀀃􀁈􀁛􀁗􀁕􀁄􀀃 für diesen Gin in einer Berliner Porzellan Manufaktur hergestellt. Weltweit wurden nur 500 Flaschen hergestellt – wir haben die 35. bei uns im STOLLEN 1930 stehen. Was macht Gin im Vergleich so.

 

Was macht Gin im Vergleich so besonders?

er zwar fast ausschließlich als Mischgetränk getrunken wird, sich diesem geschmacklich aber nicht anpasst. Ein Wodka schmeckt beispielsweise immer wie das begleitende Mischgetränk, der Gin dagegen behält seinen individuellen Geschmack. Außerdem ist keine andere Spirituose so abwechslungsreich im Geschmack wie Gin: Jede Sorte ist individuell von sü. über zitronig bis kräuterig. Wo liegt der Ursprung von Gin?.

 

Wo liegt der Ursprung vom Gin?

der Welt und wurde schon im 15. Jahrhundert entdeckt. Ursprünglich stammt er aus den Niederlanden und Belgien und war als „Genever“ bekannt. Der Begriff leitet sich von dem niederländischen Wort „jeneverbes“ bzw. dem französischen Wort „genévrier“ für „Wacholder“ ab. Schon im Achtzigjährigen Krieg (1568-1648) tranken sich die niederländischen Soldaten mit „Genever“ Mut an. Britische Soldaten tranken Gin & Tonic gegen Mala- 􀁕􀁌􀁄􀂿􀁈􀁅􀁈􀁕􀀏􀀃􀁇􀁄􀀃􀁇􀁌􀁈􀀃􀀦􀁋􀁌􀁑􀁄􀁕􀁌􀁑􀁇􀁈􀀏􀀃􀁇􀁌􀁈􀀃􀁌􀁐􀀃􀀷􀁒􀁑􀁌􀁆􀀃􀀺􀁄􀁗􀁈􀁕􀀃􀁈􀁑􀁗􀁋􀁄􀁏􀁗􀁈􀁑􀀃􀁌􀁖􀁗􀀏􀀃 schon lange als Heilmittel bekannt war. Außerdem fungierte der Gin & Tonic als natürlicher Mückenschutz, da diese den Geruch nicht mögen. Im 17. Jahrhundert brachten die Briten den „Genever“ vom Festland in ihre Heimat. 150 Jahre später hatten sie aus dem „Genever“ den heutigen Gin entwickelt. 

 

Welche Regionen sind speziell für Gin bekannt?

Gins. Als Lieblingsgetränk der britischen Queen Mum brachte man den Wacholderschnaps lange Zeit vor allem mit dem britischen Königshaus in Verbindung. Der englische Gin ist stark, wacholderlastig und ohne viele Botanicals. Die Spanier destillieren eher lieblich, mediterran, sü. und die Franzosen blumig, frisch und mit viel Zitrone. Hier in Österreich werden vor allem viele heimische Botanicals verwendet.

 

Hätten Sie einen Tipp zum Thema "Gin-Weiterbildung"?

Margitta Schulze Lohoff) und „Gin & Tonic“ (Frédéric du Bois, Isabel Boons). Wer seine Fragen lieber persönlich stellt, kann gerne auch jederzeit bei uns vorbeischauen: Alle Barkeeper des STOLLEN 1930 verfügen über ein umfangreiches Expertenwissen rund um Gin und allem, das dazugehört. 􀅁

 

 

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