ROCK THE ROLL

01.06.2015

Eine unscheinbare Hartschaumrolle revolutioniert die Sportwelt und überzeugt mit ihrer

Dreifach-Wirkung. Sie wird von überzeugten Physiotherapeuten bei Profisportlern angewandt,

von Hobbysportlern geschätzt und Bewegungsverweigerern wärmstens empfohlen.

Doch was macht die „Wunder-Rolle“ Blackroll eigentlich so besonders?

 

von Ivona Okanik

 

 

 

Der erste optische Eindruck entlockt eher ein verwundertes Lächeln. Eine Hartschaumrolle, -kugel und -hanteln – jedes für sich leichter als ein Schokoriegel – liegen, zum Einsatz bereit, ausgebreitet auf dem Boden. Das soll eine Wunderwaffe gegen Verspannungen, Muskelkater, Haltungsschäden und sogar Rückenschmerzen sein? Gemäß der Anleitung lassen wir die Rolle unter der Wade vom Fußknöchel bis zur Kniekehle rollen. Sogleich entschwindet das süffisante Lächeln und weicht gequälten Gesichtszügen. Wer hätte gedacht, dass diese scheinbar harmlos und entspannt wirkende Übung so kraftvoll Druck ausüben und Schmerz verursachen kann? Was war passiert? Bei Kontakt mit dem Hartschaum werden Muskulatur und Bindegewebe zusammengepresst, was ein Reizen der Rezeptoren auslöst und Schmerz erzeugt. Durch den Druck des Körpergewichts auf die Muskeln, werden die Faszien ausgewrungen und saugen sich wie ein Schwamm mit neuem  Gewebewasser voll. Die Reaktion ist also völlig normal und zeigt nur deutlich den Handlungsbedarf. Nach wenigen Anwendungen schon, wird eine rasche Verbesserung sichtbar sein. Zudem wird die Blutzirkulation durch die Nutzung der Rollen deutlich verbessert, was nicht nur Wärme hervorruft, sondern auch den Fluss von sauerstoff- und nährstoffreichem Blut verbessert. Das kommt dem Herz, der Körpermuskulatur und den Arterien zugute. Zudem profitiert auch die Haut von einer erhöhten Blutzirkulation strahlt Energie und Gesundheit wieder.

 

Der Gebrauch der Hartschaumrollen verbessert aber nicht nur die sportliche Leistung, auch und insbesondere die regelmäßige Nutzung steigert das allgemeine Wohlbefinden und lindert mögliche Schmerzen und Steifheit. Die unterschiedlichen Rollinstrumente helfen durch gezielte Übungen den Gleichgewichtssinn individuell zu stabilisieren. 

 

Um die Blackroll richtig anzuwenden, legt man sich auf die Hartschaumrolle und rollt über den Muskel. An besonders verspannten oder schmerzhaften Stellen sollte man vorsichtig einige Sekunden anhalten und dann erst weiter fortfahren. Die Myofasziale Entspannung (=„Self myofascial release“) umfasst die eigene Therapie, durch Selbstmassagen. Sie allein entscheiden, welche Teile Ihres Körpers mit der Rolle besonders viel Aufmerksamkeit benötigen. Es ist der einfache Weg Verspannungen, Verwachsungen, Entzündungen und andere Beschwerden im faszialen Gewebe zu lösen und zu beheben. Die unterschiedlichen Produkte in Form und Härtegrad lockern solche Verspannungen und bearbeiten durch eine intensive Massage die Muskeln und Faszien. Durch Selbstmassage wird die Hydration der Faszien angeregt und einem steifen Gefühl im Körper entgegengewirkt.

 

 

Faszien ziehen sich durch den gesamten, menschlichen Körper und verbinden die verschiedenen Strukturen miteinander, wodurch ein Netz aus Bindegewebsschichten entsteht, welches jeden Muskel, jeden Knochen, jeden Nerv und innere Organe zusammenhält und durchdringt. Letztendlich sind Faszien im ganzen Körper verteilt und überall zu finden, denn nur durch dieses wichtige Gewebe kann die Muskulatur funktionieren.

Sie übertragen die Energie, die in den Muskeln durch Bewegung erzeugt wurde, auf die Knochen, was oft zu Überlastungssymptomen führt. Sie haben also einen großen Einfluss auf unser Schmerzempfinden, unsere Haltung, Bewegung und die Muskulatur. Falls Faszien verkleben oder verhärten, rufen sie Schmerzen hervor.

 

Die Aufgabe der Blackroll ist es, diese Beschwerden zu lindern und myofaszialen Entspannung entgegenzuwirken, um zudem auch Muskelkater vorzubeugen und physische Flexibilität, Mobilität und Leistungsfähigkeit zu verbessern. Und das sympathische daran: Viele Übungen sind für jedermann geeignet und können so gut wie überall gemacht werden. Ob im Wohnzimmer vor dem Fernseher oder zwischendurch im Büro.

 

 

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