KUNST WIEDER LIVE ERLEBEN

Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnet die Kultur- und Kunstszene endlich ihre Tore.

Mit Elan, Kreativität und mannigfaltigen Themen


Text: Ivona Okanik


DAME ZAHA HADID

ABSTRACTING THE LANDSCAPE


Zum 5. Todestag gedenkt die Galerie Gmurzynska der visionären Architektin Zaha Hadid († 31.03.2016) als Hommage mit einer umfassenden Ausstellung. Die gemeinsame Überzeugung der Galerie und Zaha Hadid von der russischen Avantgarde zeigte sich erstmals 1992 zufällig bei der monumentalen Ausstellung "The Great Utopia" im Guggenheim Museum. Die aktive Zusammenarbeit begann 2010 mit der Idee, eine Symbiose aus ihrem Wissen über die russische Avantgarde und ihrer architektonischen Arbeit, die sich seit der Guggenheim-Ausstellung weiter entwickelt hat, herzustellen. Das Ergebnis war 2010 die Ausstellung "Zaha Hadid and Suprematism" in der Galerie Gmurzynska am Paradeplatz in Zürich. Die enge persönliche Zusammenarbeit der Galerie mit Zaha Hadid wärte bis zu ihrem Tode.


Die neueste Ausstellung in der Galerie Gmurzynska mit dem Titel "Abstracting The Landscape" wurde mit demselben Team konzipiert und gestaltet, mit dem die Galerie bereits seit 2010 Zaha Hadid-Ausstellungen geplant und durchgeführt hat. Im Geiste der langfristigen Zusammenarbeit und dem höchsten Respekt für ihre fantastische Vision wurden historische Projekte mit Modellen und Zeichnungen sowie skulpturale Objekte, die seit ihrem Tod realisiert wurden, individuell ausgewählt, um in ein außergewöhnliches Bodenobjekt mit Hadids besten Designentwürfen, integriert zu werden. Die Ausstellung zeigt bis bis 31. Juli 2021 auch spezifische Objekte und Skizzen von verschiedenen Orten, sowie nie zuvor ausgestellte Entwürfe.


GALERIE GMURZYNSKA

Zürich | SCHWEIZ

www.gmurzynska.com

 

VINCENTS HEIMAT

VAN GOGH IN BRABANT


Mäandernde Bachläufe, ausgedehnte Naturschutzgebiete, Ackerland, Landgüter sowie schöne Stadt- und Dorfansichten – all dies inspirierte Van Gogh zu seinen Gemälden. Das Het Noordbrabants Museum ist der einzige Ort in Brabant, an dem man seine Gemälde bewundern kann: Das Museum erwarb 1984 sein erstes Werk von Van Gogh und hat die Sammlung seitdem im bereits bestehenden Van Gogh-Pavillon ständig erweitert. Pünktlich zum Geburtstag des berühmten Malers am 30. März (*1853) eröffnete das Het Noordbrabants Museum die umfangreiche und vollständig erneuerte Präsentation „Van Gogh in Brabant“. Anhand von 13 Originalgemälden, persönlichen Dokumenten, Fotos und animierten Brieffragmenten kann man sich ein Bild von Van Goghs künstlerischem Werdegang machen und Verbindungen zu seinem geliebten Nordbrabant entdecken.


In Brabant begibt man sich buchstäblich in die Spuren des Meisterkünstlers. Die neue Van-Gogh-Ausstellung ist auch ein idealer Ausgangspunkt für unter anderem eine Fahrradtour durch die landschaftliche Umgebung, die Van Gogh vielfach inspiriert hat. Die Route lädt zu 435 Kilometer kulturellem Radvergnügen ein, führt unter anderem an Van Goghs Elternhaus in Zudert vorbei, wo er bis zu seinem 16. Lebenjahr gelebt hat. Auch die Collse Wassermühle in Nuenen zählt zu den Sehenswürdigkeiten und ist auf einem der Gemälde von Van Gogh in der Ausstellung in Het Noordbrabants Museum zu sehen. Ein Besuch des Museums Vincentre in Nuenen lohnt sich für Besucher, die noch mehr über den Künstler erfahren möchten. Oder man lässt sich zu Beginn der Dämmerung von dem magisch beleuchteten Van Gogh-Roosegaarde-Fahrradweg bezaubern, der das berühmte Gemälde „Sternennacht“ förmlich zum Leben erweckt! Die Fahrrad-route ist Teil des Brabanter Knotenpunktsystems und gehört zum neuen Routenmodul auf visitbrabant.com, das mit viel Inspiration aufwartet. Im Grunde genommen braucht man nur den Van-Gogh-Schildern zu folgen und kann unterwegs entdecken, welche Bedeutung Brabant für den Künstler hatte.


Brabant | NIEDERLANDE

www.visitbrabant.com

 

GILBERT & GEORGE

THE GREAT EXHIBITION


Seit über einem halben Jahrhundert schaffen Gilbert & George gemeinsam Kunst. Ihr herausragendes OEuvre ist bis heute von ungebrochener Brisanz und Bedeutung. Gleichzeitig Subjekt und Objekt ihrer Arbeit, bilden Gilbert & George eine vollkommene künstlerische Einheit, die nicht zwischen Kunst und Leben unterscheidet. Als "Living Sculpture" verkörpern sie ihre Kunst und sind Thema und Gegenstand ihrer großformatigen Collagen und gerasterten Bildwelten.


Ihr Werk kreist um Tod, Hoffnung, Leben, Angst, Sex, Geld und Religion. Es sind auch gesellschaftliche Themen, die sie in ihrer Widersprüchlichkeit zeigen: zugleich fröhlich und tragisch, grotesk und ernst, surreal und symbolisch. Gilbert & George befassen sich mit dem, was beunruhigt. Ihr Ziel ist es dabei nicht zu schockieren, sondern vielmehr unter ihrem Credo „Kunst für alle“ sichtbar zu machen, was sich in der Welt abspielt. Punks und Hipster, Autoritäten und Außenseiter, Schlagzeilen und Werbung – überall mischen sich Gilbert & George ein. Ihr Werk fordert das Weltbild heraus und erweist sich darin immer wieder von Neuem als zukunftsweisend.


SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT | DEUTSCHLAND

www.schirn.de

 

WOW IN PORTO

DIE KUNST- UND GENUSSSTADT AM DOURO


Kunst, Kultur und Genuss. Die Stadt Porto am Douro sprüht vor bunter Vielfalt und Lebensfreude. Im Kulturviertel World of Wine (WOW) wandelt man seit Sommer 2020 auf den Spuren von Wein, Geschichte und Kultur im historischen Weinkellerviertel Vila Nova de Gaia inmitten Portugals zweitgrößter Stadt Porto. Sechs Museen, neun Restaurants, Bars und Cafés sowie Shops, Veranstaltungssäle, temporäre Ausstellungsflächen und eine eigene Weinschule bieten auf 55.000 Quadratmetern nicht nur Einblicke in die portugiesische Weinproduktion, sondern auch kulturelle und gastronomische Erlebnisse mit einem weiten Blick über die Stadt und den Fluss Douro. Auf dem Weg zu Portos neuer Sehenswürdigkeit bieten die restaurierten, ehemaligen Portweinlagerhäuser eine ideale Kulisse.


Das Kunstmuseum MMIPO (Museu e Igreja da Misericórdia do Porto) präsentiert seit April 2021 im historischen Zentrum von Porto die Ausstellung „Alberto Giacometti – Peter Lindbergh. Capturing the Invisible“ – ein intimer Dialog zwischen Alberto Giacometti (1901 – 1966), einem der berühmtesten Bildhauer des 20. Jahrhunderts, und dem bekannten Modefotografen Peter Lindbergh (1944 – 2019). Die Ausstellung umfasst mehr als 110 Werke, darunter Bronzeskulpturen und Zeichnungen Giacomettis sowie Fotografien Lindberghs, und wird zum ersten Mal außerhalb des Giacometti-Instituts in Paris gezeigt. Ursprünglich bereits für 2019 geplant, aufgrund des Todes von Lindbergh jedoch verschoben, läuft die gemeinsame Ausstellung als Hommage an den ikonischen Fotografen in Porto bis zum 24. September.


Zusätzlich zu den fünf bestehenden Museen haben sich nun die Türen des Fashion & Fabric Museums geöffnet. Das Mode- und Textilmuseum ist nicht nur eine Hommage an die bedeutende portugiesische Modeindustrie, sondern bietet mit „The Gallery“ einen zusätzlichen Raum für internationale Kunstausstellungen. Den Auftakt bildet die Francis Bacon-Ausstellung mit ikonischen Werken des bekannten britischen Künstlers, die noch bis zum 26. September 2021 zu sehen ist.


Innerhalb des neuen Museums befindet sich außerdem „Mira Mira“, ein neues Restaurantkonzept, das sorgfältig ausgewählte Tapas serviert – zubereitet mit strikter ernährungswissenschaftlicher Sorgfalt, unverfälschten Zutaten und gepaart mit einem Panoramablick auf das Viertel Gaia.


„Natürlich steht der Wein bei uns im Vordergrund, aber auch sonst steht World of Wine sinnbildlich für alles, was Portugal am besten kann. Unser mittlerweile sechstes Museum liefert eine weitere detaillierte Darstellung einer Branche, in der das Land floriert“, freut sich Adrian Bridge, CEO von WOW.


Porto | PORTUGAL

www.wow.pt



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